Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände

Sachsen-Anhalt e. V.

Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge

2005 beschloss der Gesetzgeber in Anbetracht knapper Rentenkassen die Vorverlegung der Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge (SV-Beiträge). Mit der Neuregelung zum 1. Januar 2006 wurde die Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge vom 15. des Folgemonats in den laufenden Monat verlagert. Dadurch wird einer hoher Verwaltungsaufwand verursacht. Dieser belastet kleine und mittlere Unternehmen finanziell und personell stark. Zudem entzieht er mittelständischen Unternehmen Liquidität.

Die Unternehmen schätzen den voraussichtlichen Beitrag zur Sozialversicherung für den laufenden Kalendermonat. Sie führen den Beitrag bereits vor der Auszahlung Zahlung der Löhne und Gehälter ab. Im Folgemonat erfolgen dann nachträgliche Korrekturen der Entgeltabrechnung. Die Unternehmen erstellen somit jährlich nicht 12, sondern 24 Monatsabrechnungen. Mit der Einführung der Vorfälligkeit der SV-Beiträge sollten die finanziell schwachen Kassen der Sozialversicherung stabilisiert werden. Trotz der Stabilisierung in den vergangenen Jahren wurde die Maßnahme nicht zurückgenommen.

Aufgrund der Corona-Krise sind viele Unternehmen an ihre Liquiditätsgrenzen gelangt. Die Abschaffung der Vorfälligkeit der SV-Beiträge ist schnell zu erledigen. Damit kann zügig wieder Liquidität zur Verfügung stehen. Außerdem spart jedes Unternehmen Zeit durch wegfallenden Verwaltungsaufwand.


Dachverband und Stimme der

Wirtschaft Sachsen-Anhalts